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Der Kern: Vor- und Nachwahl-Querschnitt
(Komponente 1)

Ausführliche Querschnittsumfragen bilden den Kern aller Wahlstudien weltweit. Sie sind deshalb auch der Kern der GLES für alle drei Wahlen (Komponente 1, geleitet von Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher und PD Dr. Bernhard Weßels).

Die Gesamtzahl an Interviews für die Bundestagswahl 2009 beträgt 4.290, die auf eine Vorwahlumfrage (2.173 Interviews) und eine Nachwahlumfrage (2.117 Interviews) verteilt wurden. Alle wahlberechtigten deutschen Bürger mit dauerhaftem Aufenthalt im Inland gehören zur Grundgesamtheit. Das Verhältnis zwischen ost- und westdeutschen Befragten ist ein Drittel zu zwei Dritteln, Ostdeutsche sind also überrepräsentiert. Dies ist für unsere Analyse notwendig, da große Veränderungen vor allem in Ostdeutschland erwartet werden.

Durchgeführt wurde die Komponente als „Computer Assisted Personal Interview“ (CAPI). Die Interviews der Vorwahlumfrage dauerten im Durchschnitt 56 Minuten und die der Nachwahlumfrage durchschnittlich 55 Minuten. Die Verwendung der CAPI-Technologie ermöglichte die Anwendung komplexer Umfrageinstrumente. Im Fragenkatalog wurden einerseits viele Fragen der von 1994 bis 2002 durchgeführten Bundestagswahl-Panelstudie von Falter, Gabriel und Rattinger (ZA Nr. 4301) sowie der 2005 durchgeführten Wahlstudie von Kühnel, Niedermayer und Westle (ZA Nr. 4332) übernommen, so dass die GLES eng mit vorherigen Wahlstudien verbunden ist. Andererseits umschließt der Nachwahl-Fragenkatalog das aktuelle Fragen-Modul des international vergleichenden Projektes "Comparative Study of Electoral Systems" (CSES, Modul 3) und verbindet die GLES so mit internationalen Wahlstudien und gewährleistet gleichzeitig auch die Kontinuität der deutschen CSES-Studien von 1998 (ZA Nr. 3073), 2002 (ZA Nr. 4216) und 2005 (ZA Nr. 4559). Darüber hinaus wurden in den Fragenkatalog auch neue Instrumente eingeführt. So wurden im Vorwahl-Fragenkatalog z.B. Fragen nach den Aussichten von kleinen Parteien und Koalitionen einbezogen. Außerdem wurden Instrumente eingesetzt, die einen Anschluss an die Komponenten ermöglichen, die sich mit den Wahlkampagnen beschäftigen. Die Befragung im Jahr 2009 stellt zudem die Grundlage für das Langfrist-Panel (Komponente 7) dar.